Nächster Schritt: ICSI im natürlichen Zyklus

Bereits nach der dritten ICSI haben wir einen Beratungstermin in einer renommierten Klinik im nahen Ausland vereinbart. Damals haben wir uns aber kurzfristig dagegen entschieden. Im Gespräch mit unserem behandelnden Arzt haben wir uns gemeinsam zur vierten ICSI mit Spendersamen entschieden. Das war auch gut so. Denn so sehr uns das Ergebnis dann erschüttert hat: Wir haben gelernt, dass es auch an mir und meinen Eizellen liegen muss. Mit dieser Erkenntnis und der Unterstützung unseres Arztes haben wir uns dann entschieden erneut einen Termin in dieser Klinik zu vereinbaren. Es war wichtig mal eine der Stellschrauben zu verändern. Wir wollen weiter kommen. Wir brauchen neuen Input.

Dieses Mal hatten wir das Glück gleich einen recht kurzfristigen Termin mit dem Klinikleiter und sehr anerkannten Professor auf dem Gebiet der Reproduktionsmedizin zu erhalten.
Unser hiesiger Arzt half uns beim Zusammenstellen der vielen benötigten Unterlagen und Untersuchungsergebnisse und damit im Gepäck begannen wir Anfang der Woche unsere kleine Reise zu unseren nächsten Schritten in Sachen Kinderwunsch. Etwas aufgeregt und nervös: Was wird seine Empfehlung sein? Wie wird es mit uns weiter gehen? Hoffentlich wird er uns nicht gleich eine Eizell- oder gar Embryospende empfehlen.

„I like this case. It’s interesting and tricky. Well, that’s good for me and us, not for you. But we’ll do our best.“

Die Klinik war sehr strukturiert. Ein vollkommen anderer Flair als unsere Klinik zu Hause; aber auch positiv. Am Morgen hatten wir einen Termin mit dem Professor und am Nachmittag einen Anschlusstermin mit einer Krankenschwester, die das Prozedere en detail erläutert.
Und dann war es soweit: Wir saßen im Behandlungszimmer des Profs, der sich unsere Geschichte und mitgebrachten Unterlagen intensiv anhörte und -schaute. Er fand unseren Fall sehr spannend, interessant und ungewöhnlich.

Er bat uns um etwas Geduld. Er wollte den Fall mit Kollegen besprechen, einem Embryologen und einem Biologen. Am Nachmittag, kurz vor unserem Termin mit der Krankenschwester, sprach er uns dann seine Empfehlung aus, die uns durchaus überraschte und mit der wir uns noch gar nicht auseinandergesetzt hatten: Er empfahl uns eine ICSI im natürlichen Zyklus. Bei diesem Verfahren wird eine Eizelle im natürlichen Zyklus entnommen. Das heisst, die Eizelle reift (fast) ohne Hormontherapie heran. Sobald der Follikel (mit viel Glück auch zwei) eine Größe von mehr als 13 Millimetern erreicht hat wird ganz leicht mit Gonal F 75 IU stimuliert und gleichzeitig ein vorzeitiger Eisprung mit Cetrotide unterdrückt. Sobald der oder die Follikel die notwendige Größe erreicht hat wird der Eisprung ausgelöst und es geht weiter wie bei einer „ganz normalen“ ICSI: Punktion, Transfer, Hormone zur Unterstützung etc.

Der Prof empfahl uns dieses Verfahren weil er vermutet, dass meine Eizellen auf die starke Hormonstimulation nicht gut reagieren und sich am Ende quasi „verweigern“. Bei der ICSI im natürlichen Zyklus verzichten wir auf die große Hormonmenge und überlassen auch meinem Körper die Selektion der Eizelle. Schließlich sollte ein Körper so was doch von ganz alleine gut können.

Wir haben uns dafür entschieden. Auch wenn die Chancen natürlich immer noch nicht gut sind und es durchaus möglich ist, dass zum Beispiel keine Eizelle punktiert werden kann, die Eizelle nicht reif ist oder ähnliches: Wir haben nichts zu verlieren und die Argumentation dafür klang für uns sehr schlüssig.

Im August geht es los. Davor sind wir im Urlaub; ich kann also entspannt in die Behandlung starten. Parallel unterstütze ich weiter mit Traditioneller Chinesischer Medizin (TCM).

Die notwendigen Voruntersuchungen, Ultraschalls und Blutanalysen macht weiterhin mein Arzt hier in Deutschland. Die Ergebnisse der Untersuchungen schicke ich dann per Mail bis 14 Uhr des jeweiligen Tages in die Klinik im Ausland. Wenig später bekomme ich von dort dann einen Anruf meiner betreuenden Krankenschwester mit weiteren Instruktionen. Erst zu Punktion und Transfer muss ich dann wieder vor Ort erscheinen.

Preislich ist die ICSI im natürlichen Zyklus auch wesentlich günstiger als eine „normale“. Außerdem ist ein zweiter Versuch inkludiert.

Ich hoffe.

Autor: Die Sache mit dem Storch

diesachemitdemstorch klappt nicht. Das ist meine Geschichte.

1 Kommentar zu „Nächster Schritt: ICSI im natürlichen Zyklus“

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