ICSI, die Fünfte … Ein Rückblick.

Es ist vorbei. „Unfortunately I have to tell you that there were no signs of fertilisation.“

Donnerstag Abend fuhren wir los. Leichte Nervosität gepaart mit Vorfreude und auch ein wenig Angst vor der möglichen Enttäuschung waren mit an Bord.
Wir hatten uns in ein kleines Hotel in der Nähe der Klinik eingemietet. Und bevor wir früh zu Bett gingen waren wir noch eine Kleinigkeit essen. Alles fühlte sich gut an. Wir waren so optimistisch. Klingt doch auch verlockend: Das meine Eizellen auf die Hormone eben negativ reagieren, sich quasi verweigern indem sie sich nicht befruchten lassen.Daher lassen wir den Körper nun selbst entscheiden welche Eizelle er auf natürlichem Wege ins Rennen schickt. Das wird schon die stärkste sein. Diese Eizelle wird’s richten. Sie wird sich brav teilen und sich weiterentwickeln und sich dann gefälligst einnisten und in neun Monaten werden wir Eltern und leben happily ever after.

Naja. Bei unserer Vorgeschichte hätte ich vorsichtiger sein müssen. Hätte meine Gefühle quasi vorbereiten müssen. Hätte nicht so optimistisch sein dürfen.
Zur Erinnerung. Das ist unser Weg:
1. ICSI – Mai 2015 – 8 Eizellen punktiert – 7 reif – 0 befruchtet
2. ICSI – August 2015 – 14 Eizellen punktiert – 12 reif – 2 Zweizeller an Tag 2 transferiert – negativ
3. ICSI – November 2015 – 9 Eizellen punktiert – 9 reif – 0 befruchtet
4. ICSI mit Spendersamen – 10 Eizellen punktiert – 10 reif – 1 Zweizeller an Tag 2 transferiert – negativ
5. ICSI im Spontanzyklus – 1 Eizelle punktiert – 1 reif- keine Befruchtung
= 42 punktierte Eizellen, 39 reif, 3 Zweizeller an Tag 2 nach Punktion
= FUCK!

Die Punktion am Freitag verlief gut. Ich fühlte mich sehr gut aufgehoben und obwohl ich die Punktion zum ersten Mal ohne Narkose erlebte fand ich alles sehr erträglich und angenehm (sofern man hier von angenehm sprechen kann).
„We found the golden egg“, sagte der punktierende Arzt. Und von da an hatte ich ein dickes Lächeln im Gesicht. YES! Zurück auf dem Zimmer bekam ich Frühstück und mein Mann sollte zur Spermaprobe. Dann mussten wir eine Stunde auf das Ergebnis warten: Alles gut. Er muss nicht nochmal ran. Wir können nach Hause. Drei Tage später werden wir angerufen und uns wird die Uhrzeit des Transfers mitgeteilt.

Wieder zu Hause angekommen machten wir es uns gemütlich. Die ganze Stimmung war so hoffnungsvoll und positiv. Abends vorm Schlafengehen fragte ich meinen Mann: „Meinst du unsere Eizelle hat sich geteilt.“ – „Bestimmt!“ Das selbe sagten wir uns auch am nächsten Tag. Bestärkt wurden wir von unserer Familie und unseren Freunden. „Dieses Mal klappt’s bestimmt.“

Sonntag morgen bin ich um 10 Uhr nochmal eingeschlafen und werde um 11:12 Uhr von meinem Telefon geweckt. Auf dem Display erkenne ich die belgische Landesvorwahl. Bevor ich abnehme sage ich: „Vorbei!“ Und ich hatte natürlich recht. Tränen, Verzweiflung, Angst, Wut, Scham, Hass, Müdigkeit, Ratlosigkeit … Den Tag verbringe ich wandelnd zwischen dem Schoß meines Mannes und meinem Bett.

Die Ärztin am Telefon sagte, dass wir gleich im nächsten Zyklus weiter machen können. Aber wir fahren erstmal in Urlaub. Zwei Wochen Sonne mit Freunden. Das muss jetzt sein. Ende August geht es dann für uns weiter. Gerade warte ich nur auf die Bestätigung des neuen Starttermins seitens der Klinik.

Und dann? Ich glaube nicht mehr daran, dass sich jemals eine meiner Eizellen wirklich befruchten lässt. Deswegen werde ich mich jetzt intensiver mit dem Thema Eizellspende befassen. Hat eine oder einer von euch Erfahrung damit? Ich würde mich gerne dazu austauschen.

Ich möchte euch für eure lieben Worte und Gedanken in der letzten Zeit danken. Das war toll und fühlt sich gut an. Danke.

Aufgeben ist nicht, oder?

Autor: Die Sache mit dem Storch

diesachemitdemstorch klappt nicht. Das ist meine Geschichte.

5 Kommentare zu „ICSI, die Fünfte … Ein Rückblick.“

  1. Es tut mir so Leid… Es ist doch dieser ewige Kreislauf aus Hoffnung und niederschmetternden Ergebnissen, diese Achterbahn, die einen so richtig fertig macht. 😦 Ich hoffe, ihr könnt euren Urlaub genießen. Unserer war eine richtig tolle Auszeit dieses Jahr und wir haben eigentlich gar nicht an das Thema Kinderwunsch gedacht. Ich wünsche euch das auch!

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  2. Nee, aufgeben ist nicht. Aber das ist schon ein Riesenmist! Eizellspende: pippilotta hat das gemacht und ist glückliche Zwillingsmama. Adresse steht in meinem letzten liebster award beitrag. Lg Tina 🌷

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