ICSI, die Sechste … Es geht weiter!

oder auch: Eizellspende. Die Vorbereitungen laufen!

Ich musste für eine Weile abtauchen. Weil mich das negative Ergebnis der letzten ICSI doch arg mitgenommen hat; weil ich dringend zwei Wochen Sonne, Meer und Liebe brauchte und weil ich einfach mal nicht an das Thema Kinderwunsch denken wollte. Was natürlich nur so halb geklappt hat. Sonst würde es nicht jetzt schon wieder weiter gehen. Aber von vorne … 

Als mir im Juli telefonisch mitgeteilt wurde, dass sich mein „golden egg“ nicht befruchten lassen hat, sagte die Ärztin auch, dass ich im Grunde gleich im folgenden Zyklus weiter machen könnte. Da mein Mann und ich bereits Urlaub geplant hatten kam das nicht in Frage. Ende August zu beginnen war unser Plan.
Ich rief also am nächsten Tag die Dame an, die für die Terminierung der Behandlungen an unserer Klinik verantwortlich ist. Die dann aber doch darauf verwies, dass ich erst nochmal einen Termin mit unserem behandelnden Professor vereinbaren muss. Der muss dann schließlich einen Behandlungsplan im System hinterlegen und bla bla bla … Also habe ich einen Telefontermin mit dem Prof vereinbart. Es hieß: „Der Professor ruft sie an einem bestimmten Tag zurück.“ „Um wieviel Uhr denn?“ „Irgendwann im Laufe des Tages.“ Na prima … Auf den besagten Tag habe ich mir somit keinerlei Termine gelegt; stattdessen aber mein Telefon auf voller Lautstärke neben mich.

Gegen Mittag rief er an.
Mein Wunsch-Gesprächsverlauf war in etwa folgender: „Hey, das kann mal passieren. Vielleicht klappt’s beim nächsten Mal. Und wenn nicht versuchen wir es nochmal mit einer regulären ICSI und einer veränderten Medikation. Ich hinterlege jetzt erstmal einen Behandlungsplan und wir starten optimistisch in einen weiteren Versuch.“
Pustekuchen.
Der Gesprächsverlauf war tatsächlich in etwa folgender (gekürzt, frei aus dem Gedächtnis und aus dem Englischen übersetzt): „Ich muss Ihnen sagen, dass ich keine große Hoffnung mehr habe. Da eine weitere ICSI im Spontanzyklus im Preis inkludiert ist können sie die natürlich wahrnehmen und wer weiß … Aber bitte machen Sie sich keine allzu großen Hoffnungen. Ich gehe davon aus, dass sie an einem äußerst seltenen Gendefekt leiden, durch den sich ihre Eizellen nicht befruchten lassen. Sie sollten über eine Eizellspende nachdenken.“ „Die eine ICSI im Spontanzyklus wollen wir aber auf jeden Fall noch mitnehmen.“ „Ok. Dann hinterlege ich den Behandlungsplan im System. Vereinbaren Sie einen Starttermin.“ „Gut. Tschüss.“

FUCK. Zum Glück stand ich das ganze Gespräch über draußen im Regen. Da konnte niemand Tränen von Tropfen unterscheiden.
„Machen Sie sich keine Hoffnung …“ FUCK!

Es ist vorbei … Ich werde keine Kinder haben. Das geht mir wie ein Mantra durch den Kopf während ich zum dritten Mal im Regen um den Block renne. Ich rufe meinen Mann an, weine, rufe die für Terminierungen zuständige Dame in der Klinik an und vereinbare einen neuen Starttermin Ende August, weine, gehe zurück zur Arbeit.
– „Du bist aber nass geworden“. „Jaja …“

Von da an kommen keine Tränen mehr. Ganz nüchtern ist ab diesem Zeitpunkt das neue Startdatum für die letzte ICSI im Spontanzyklus – und vermutlich auch die letzte ICSI überhaupt – abgespeichert und ich organisiere alle Termine, Medikamente etc.
Ganz nüchtern beginne ich mich zum Thema Eizellspende zu informieren. Den Blog (http://pippilottta.de/) von der wunderbaren @pippilottta lese ich gefühlt in einem Rutsch durch. Danke dafür.

Ich nutze jede freie Minute um erstmal für mich und ohne meinen Mann klar zu definieren was ich will und was ich nicht will.Ich möchte alles zum Thema Eizellspende wissen. Ich lese alle kritischen Stimmen, Meinungen von Befürwortern, von Gegnern, von Politikern, Ärzten … alles was ich finden kann. Ich formuliere E-Mails und schicke sie an verschiedene Kliniken im Ausland.
Und ich erhalte Antworten, sortiere, werte aus und fertige Listen an. Dann fahre ich in Urlaub … A-B-S-C-H-A-L-T-E-N

Ein Traum. Sommer, Sonne, Vino, Meer, mein Mann und unsere besten Freunde. Ich möchte nicht mehr weg.
Innerhalb weniger Tage schaffe ich es tatsächlich mal nicht an das ewige Thema zu denken. Ich kann abschalten und entspannen. Herrlich.
Als ich in der zweiten Urlaubswoche meine Mails checke lese ich auch die Nachricht einer der Kliniken, die ich angeschrieben habe und mit denen ich bereits zwei- oder dreimal hin und her geschrieben habe. Die Klinik fühlt sich gut an.
Zum ersten Mal suche ich das intensive Gespräch mit meinem Mann. Ich weiß das er absolut hinter mir steht und meine Entscheidung trägt. Schon vor der ICSI mit Spendersamen haben wir geklärt, dass er bei der Spenderauswahl und allem was damit zusammenhängt alleine entscheidet und ich ihn unterstütze; sollte es zur Eizellspende kommen liegt es dementsprechend in meiner Hand …
Und genau so ist es nun.

Am nächsten Tag und vom Strand aus, mit beiden Füßen im Sand, vereinbarte ich einen Konsultationstermin mit einer der Ärztinnen im Oktober.

Und da stehe ich nun. In den nächsten Tagen, vermutlich am Wochenende, beginnt meine zweite ICSI im natürlichen Zyklus. Und im Oktober haben wir die erste Konsultation in Sachen Eizellspende.
Ich würde alles dafür geben, diesen Termin absagen zu dürfen, weil sich vielleicht doch und unwahrscheinlicherweise eine meiner irren Eizellen befruchten lässt. Aber ich muss realistisch bleiben. Und diesen Realismus befriedigt der Termin im Oktober.

Bitte drückt mir alle Daumen. Denn so sehr ich unseren Weg realistisch betrachte. Ich möchte meinen Optimismus niemals verlieren.

Und ihr solltet das auch nicht.

Autor: Die Sache mit dem Storch

diesachemitdemstorch klappt nicht. Das ist meine Geschichte.

3 Kommentare zu „ICSI, die Sechste … Es geht weiter!“

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